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Das Lernen lernen

Anregungen für bessere Lernleistungen –

KÖRPERERFAHRUNGEN
Sich selbst kennen lernen, bedarf Bewegungsübungen Denken – Fühlen = Körper und Geist stellen eine Einheit dar Reise durch das Labyrinth des eigenen Körpers

TEXT : Ein Labyrinth besteht aus vielen geheimnisvollen Gängen, Hindernissen und Wundern. Wir bewegen uns mit den Gedanken ganz langsam vom Kopf hinab an der Nase vorbei, gelangen in die Öffnung des Mundes, bewegen uns hinüber zu den Wangen und dann den Hals hinunter. Danach eröffnet sich vor uns die gewaltige und fein gewobene Landschaft der Bronchien und der Lungenflügel. In der Ferne sehen wir unser Herz pochen und spüren das Blut strömen. Wir halten immer wieder ein, konzentrieren uns beispielsweise auf diese feine Struktur der Bronchien und bestaunen sie, bevor wir weiterreisen und in den Hohlraum des Bauches eindringen. Kreuz und quer geht es durch die Windungen unseres Darmes, aufpassen, das wir uns nicht verirren ! Jetzt wenden wir uns dem linken Bein zu und gelangen durch den Blutfluss der Venen hinunter zum Fuß, wobei wir am Knie vorbei gehen. Schließlich am Fuß angelangt, staunen wir wieder darüber, wie schmal und feingliedrig ein Fuß eigentlich ist und beenden unsere Reise im großen oder kleinen Zeh, den wir lange und langsam hin und her bewegen.

Es gibt auch andere Texte für eine Körper- oder Phantasiereise. Das Kind übersetzt die Körpervorstellungen zunächst in Symbole. Dabei unternimmt es eine geistige Reise quer durch die ganze Menschheitsgeschichte : eine symbolische Reise. Dies ist Lernen auf die innigste Art, eine körperlich – fühlende und eine geistig – formende. ICH FÜHLE DEN BODEN UNTER MEINEN FÜSSEN

Dieses Spiel kann auch mit etwas älteren Kindern gespielt werden.

Wir können darauf stehen, darauf liegen, darüber laufen, oder springen. Wir können hüpfen, uns einfach auf ihn fallen lassen oder sogar über ihn rollen. Jedes Mal haben wir ein doppeltes Gefühl : Einmal das des harten Bodens, der immer gleich bleibt, und unser Körper, auf den wir Acht geben müssen. Mit dem Boden können wir zum Beispiel schwingend gehen, leicht und nicht nur stampfend, aber auch bewusst stampfen und vor uns hin dröhnen. Dies alles ist eine Beziehung von unserem Körper zu einer anderen Materie, einem anderen Körper.

Von der Bewegung zum Laut : Hier werden körperliche Erfahrungen in andere Symbole übersetzt. Die unterschiedlichen Bewegungsabläufe lassen sich in Laute umsetzen. Beim Hüpfen stoßen wir unwillkürlich bestimmte Laute aus. Diese können wir auch nach dem Hüpfen bilden, bewusst wiederholen, dann sind es reine Klangformen. Wir können diese anschließend zu kleinen Kompositionen verarbeiten. Das geht mit dem Dröhnen oder Stampfen, was völlig andere Klangformen hervorruft als das langsame Gehen und das schnelle Gehen, das Stolpern, usw. Es bietet sich an, die Laute in Kombination mit den zuvor gemachten Bewegungen in eine Komposition zu verwandeln.

Symbolsprache mit dem Körper : Mein Körper ist rund ( = zusammenrollen ) oder eine runde Bewegung mit den Armen machen. Mein Körper ist eckig ( = spitzer Winkel wie ein ‚l‘ oder ein ‚v‘ ) ‚d‘ = halbrund, ‚A‘ = spitz, ‚c‘ = halbrund Was geht vor sich ? – Vorstellung vom Körper – Körpererfahrung – Verbindung von Buchstaben und Körper = die Welt wird so mit dem Körper gleichzeitig erkundet ! ! !

Von den Buchstaben zu den Zahlen:
Das Lernen sollte nicht schematisch erfahren werden. Die Ziffern und die alphabetischen Symbole sind aus denselben Ursprungsbildern hervorgegangen. Mit einem Nudelholz oder etwas Ähnlichem zum Schlagen, wird im Takt geschlagen und gezählt. Dabei wird der Rhythmus einstudiert und die Zahlenabfolge gelernt.

Von der Zahl zum Symbol :
SEILSPRINGEN : wir malen eine Zahl auf den Boden und springen sie nach bzw. ab.

Von der Zahl zur geometrischen Form:
Mit Papierschlangen können wir ähnliche Erfahrungen im Umgang mit alphabetischen Zeichen, Zahlen -. Zeichen, Schrift- und Zahlenreihen machen. Ein Grundelement ist dabei erneut das O ioder die Null, bzw. der Kreis. Mit dem Kreis stoßen wir in die geometrische Lernebene vor. Ein großer Kreis wird auf den Boden gezeichnet und wir stehen alle in der Mitte. Jetzt stellen wir uns Linien zur Kreisbahn hin vor, bzw. von der Kreisbahn in die Mitte. Dazu können wir dünne Seile oder Schnüre verwenden. Man kann mit den Kindern darüber reden, dass auf diese Weise der Kreis aufgeteilt wird und nun lauter kleinere Teile entstehen. Man kann auch sagen, der Kreis ist wie eine Torte, usw. Dem kreativen Lehrer sind keine Grenzen gesetzt.

Weitere Übungen : den Raum erfahren, Orientierung im Raum, Entfernungen abschätzen, den Raum kennen lernen, feste und geometrische Punkte und Figuren als Orientierungshilfe.

Das Gehirn trainieren :
In der Zeit vom ersten bis dritten LJ werden die Synapsen ( das sind die Verzweigungen im Gehirn ) ausgebildet. Dies geschieht durch Bewegung und Selbstwahrnehmung.
Mit den oben angeführten Bewegungsübungen vervollständigen die Kinder die Verbindung zwischen den neurologischen Vorgängen im Gehirn.

Die Schrift vertraut machen:
Bilder als Orientierung für Buchstaben verwenden. Für Kinder, die das Alphabet gerade erst lernen, ist die Verbindung mit einer Geschichte reizvoll. ( Lebens- oder Familiengeschichte ) Die Buchstaben des eigenen Namens wie auch alle anderen werden auf einer Alfabet – Tabelle bzw. Tafel nachgelesen. Die Visualisieren unterstützt das schnellere Einprägen des Schriftbildes der Buchstaben, was SchülerInnen der ersten und zweiten Klasse noch Schwierigkeiten bereitet.

! ! ! WICHTIG ! ! !
Bei all diesen Übungen sei gesagt : Wer zu viel lernt, vergisst das Meiste. Wer angemessen lernt, behält das Meiste. Deshalb sollten bei jüngeren SchülerInnen um so mehr Pausen gemacht werden !

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