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ADS, Hyperaktivität

ADD = Attention deficit disorder
HKS = Hyperkinetisches Syndrom und Konzentrationsschwächen

Seit 1980 wird die Konzentrationsschwäche als psychische Krankheit im einschlägigen Lexikon „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ geführt. Es wird vermutet, dass Konzentrationsmangel dann vorliegt, wenn die Dopamin – Ausschüttung bei einer komplizierten Schrittfolge der Wahrnehmung ( im Gehirn ) aus dem Gleichgewicht gerät.
Noradrenalin und Serotonin regulieren die Hirnfunktionen. Dopamin ist ein Botenstoff, der von diesen Neurotransmittern reguliert wird.
Dopamin ist eine Substanz, die auch bei anderen Glücksempfindungen im Spiel ist.

Kinder mit Konzentrationsstörungen werden zunehmend mit Ritalin versorgt. Dieses Antidepressivum hilft bei drei von vier Patienten rasch, doch müssen bislang ungeklärte Langzeiteffekte in Kauf genommen werden.
Lernen ist für die Gehirnaktivität sehr wichtig. Die Aktivierung der beteiligten Hirnareale, die Schläfen und Stirnlappen, verläuft dann einfacher und präziser. Ohne eine ‚Basisaufmerksamkeit‘ besteht wenig Aussicht auf Lernen in Zusammenhängen. Nur durch die Aufmerksamkeit gelingt es, ein Vorstellungsbild im Bewusstsein zu halten und währenddessen andere neuronale Aktivitäten zu unterdrücken. Konzentration kann nur mit inneren Ruhe gelingen. Nur wenn der Organismus frei von negativen Impulsen ist, etwa der Angst vor Versagen, erfolgt Konzentration.
Konzentrationsübungen und gezielte Lerntechniken sind ein Teil der ganzheitlichen Lernmethode, welche sowohl die kognitiven, die physischen als auch die emotionalen Prozesse berücksichtigt. Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass die hyperaktiven Kinder sehr viel Aufmerksamkeit benötigen, die erst mit der Zeit zurückgenommen werden sollte. Da die Kinder meist ‚negative Erfolgserlebnisse‘ verbuchen, sollte die Kritik ihrer Fehler nicht unmotivierend sein.

MOTOLOGEN untersuchen Kinder, die Bewegungsstörungen aufweisen, unter anderem auch Hyperaktive. Eine Körpertherapie, die für das jeweilige Kind speziell ausgewählte Übungen beinhaltet, stimuliert das vestibuläre und das kinästhetische Empfinden – ein Ausgleich, den viele Hyperaktive benötigen, um ihre Energien loszuwerden, die sie mitunter unkontrolliert meist nach außen transportieren. Hyperaktiven fällt es besonders schwer, die Zeit still sitzend zu verbringen. An besonders kritischen Tagen reichen bereits fünf Minuten aus, um davon ausgehen zu können, dass in diesem Moment der motorische Instinkt ‚Bewegung‘ ruft, bzw. dass ebenfalls in diesem Moment eine ausreichende innere Konzentration nicht vorhanden ist, um sich auf den Unterrichtsgegenstand zu fokussieren.
Man hat in der Zwischenzeit erkannt, dass Hyperaktive auf eine unterschiedliche Weise lernen, es kommt also auf das WIE, sprich, die Didaktik an, Lerninhalte zu vermitteln. Dazu bedarf es neben einer unterschiedlichen Methode auch unterschiedliche Materialien. Es ist in der Zwischenzeit bekannt geworden, dass Hyperaktive zum Teil unterschiedliche Einfallswinkel beim Lesen benötigen. Wenn also Hyperaktive ein Buch oder ein Heft vor sich haben, besitzen die sie umgebenden Gegenstände oder Menschen ein noch immer hohes Potential an Ablenkung, das sehr schwierig zu kompensieren ist. Durch die zum Teil ungenügende Verarbeitung der Reize gelingt es Hyperaktiven oder ADS – Kindern nicht, die äußeren Faktoren auszuschalten. Deshalb sollte mit Hyperaktiven mitunter in ‚reizarmen‘ Umgebungen gelernt werden.
Es sollte keine Musik oder Geräusche spielender Kinder zu hören sein, wenn Hausaufgaben gemacht werden. Auch das Fernsehen sollte etwas zurücktreten. Besser ist es, wenn hyperaktive Kinder zu Bewegungsspielen einerseits und Entspannungsübungen andererseits angehalten werden. Die Bewegung stimuliert die kinästhetische und die vestibuläre Empfindung. ( Sinnesphysiologie )

(Östliche Weisheiten sprechen von einem Energiestau, das heißt, die Lebensenergie ( Chi ) kann nicht wie vorgesehen fließen. Da unser Körper jedoch immer um Ausgleich bemüht ist, muss er auf der einen Seite ein Mehr an Energie aufwenden, um das Defizit auf der anderen Seite zu kompensieren. )

Diese Theorie legt sich die Kinesiologie zu Grunde, eine inzwischen anerkannte Methode bei der Behandlung von ADS – Syndrom, Hyperaktivität und motologischen Störungen. Im Unterricht und auch während den Hausaufgaben sollten daher körperliche Entspannungsübungen und Übungen, die den Energiestau wieder zum Fließen bringen, durchgeführt werden. ( Mehr über HKS und ADS wird im reader II „Weg aus der Unruhe“ beschrieben ! ) .

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