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WISSENSWERTES ÜBER DIE SPRACHE

Das Deutsche gehört mit Englisch und Skandinavisch zu den germanischen Sprachen. Diese wiederum ist eine Tochtersprache der indogermanischen Sprachfamilie. Ihr Name ergibt sich aus den eng miteinander verwandten Sprachen im asiatischen und europäischen Raum, 3 Jahrtausende vor Chr. belegt. Sprachfamilien zeichnen sich durch gemeinsame Merkmale aus : – Beeinflussung benachbarter Morpheme – Syntaktische Veränderungen werden durch stammverändernde Elemente wie Affixe, Ablaut und Umlaut ausgedrückt – Es gibt nicht nur gemeinsame Bezeichnungen für ‚Mensch‘, ‚Mann‘, ‚Mutter‘, ‚Erde‘ und ‚Wasser‘, sondern auch speziellere Übereinstimmungen von Gewässer- Pflanzen- und Tiernamen.

Die geographische Verbreitung von Sprachfamilien und Einzelsprachen sind Ergebnisse von Wanderungen. Die Annahme einer indogermanischen Ursprache vor mehr als 5000 Jahren, welche sich später in Tochtersprachen aufspaltete, entspricht einem Denkschema, das sich am Bilde des Stammbaumes orientiert. Sie liegt nahe, ist aber ebensowenig zwingend wie die Annahme eines indogermanischen Urvolkes INDOEUROPÄISCH ( INDOGERMANISCH ) Hethitisch Indo – iranische Sprachen ( bes. Sanskrit ) Griechisch Armenisch Italisch > Lateinisch Albanisch u. romanische Nachfolgesprachen Keltisch Balto-slawische Sprachen Germanisch Beispiel für die Entstehung eines Wortes in den jeweiligen Einzelsprachen : Indogermanisch : Altindisch : gáuh Griechisch : bous Latein : bos Englisch : cow Deutsch : Kuh Latein ist eine italische Sprache Litauisch, Lettisch und das ausgestorbene Altpreußisch sind baltische Sprachen Bulgarisch, Ukrainisch, Großrussisch, Weißrussisch, Polnisch, Tschechisch, Slowakisch und Sorbisch sind slawische Sprachen ( diese bilden drei Teile Süd / Ost / West ) Griechisch ist seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. belegt und wurde samt dem Ionisch-Attischen zur Gemeinsprache im östlichen Mittelmeerraum.

Unter den italischen Sprachen erlangte der latinische Zweig die größte Verbreitung. Sie wurde 30 v. Chr. Verkehrssprache im westlichen Teil des Römerreiches ( bis 14 n. Chr. ) Aus dem umgangssprachlichen Vulgärlatein entwickelten sich die romanischen Sprachen, also Italienisch, Portugiesisch, Kastilisch, Katalanisch, Französisch, Provenzalisch, Rumänisch sowie Rätoromanisch. Das Keltisch war im letzten Jahrtausend v. Chr. weitverbreitet und ist auf dem Kontinent ausgestorben. Das Inselkeltische hielt sich in Irland, Schottland und Wales. Baskisch, Türkisch, Finnisch, Ungarisch und Estnisch gehören nicht in den Sprachstamm der indogermanischen Familie. Das Germanische vollzog im letzten vorchristlichen Jahrtausend eine Sonderentwicklung.

Die germanischen Sprachen unterscheiden sich seither von den übrigen indogermanischen Sprachen durch die Festlegung des indogermanischen freien Wortakzents auf den Wortanfang, durch erste Lautverschiebungen bestimmter Konsonanten-gruppen, durch die Hilfe des schwachen Präteritums mit Hilfe eines Dentalsuffixes ( -te) und durch die systematische Verwendung des indogermanischen Ablautsystems beim starken Verbum sowie durch die Bildung eines Sprossvokals /u/ vor den Sonanten l r m n. Urgermanisch gilt als Sprache eines germanischen Urvolkes, das sich im Laufe der jüngeren Bronzezeit in einzelne Stämme aufspaltete, denen die überlieferten germanischen Sprachen zugeordnet werden. Historisch treten die Germanen gegenüber den Römern nicht mehr als Einheit, sondern in einer Vielheit von Stämmen in Erscheinung.

Die Hypothesen zur Entwicklung und Gliederung der germanischen Stammessprachen sind problematisch, denn was ist ein Stamm ? Während der sog. Völkerwanderungszeit wechseln die germanischen Stämme ja nicht nur ihre Siedlungsräume, sondern es kommt auch ständig zur Auflösung alter und zur Bildung neuer Verbände. Die Geschichte der deutschen Sprache wird fassbar mit dem Beginn der schriftlichen Überlieferung in der Volkssprache während des 8. Jahrhunderts im ostfränkischen Teil des karolingischen Reiches. Die Entstehung des deutschen Reiches beruht nicht auf einem einzigen Gründungsakt, sondern sie vollzieht sich in Stufen zwischen dem Teilungs-vertrag von Verdun 843 und der Krönung Ottos I. 936, mit der sich das Prinzip der Unteilbarkeit des deutschen Reiches endgültig durchsetzt. Die Entstehung der deutschen Sprache ist zugleich und schon vorher eng verknüpft mit dem Missions- und Bildungsauftrag der Kirche zur Zeit Karls des Großen ( 768 – 814 ).

Auf den äußeren Akt der Bekehrung der germanischen Stämme zum Christentum folgte ein langer Prozess der inneren Aneignung der christlichen Lehre. Latein war die Sprache der Kirche, aber die Laien musste sie in der Volkssprache ansprechen. Im Grunde ist jeder deutsche Schrifttext des Mittelalters schon vom Schreiben her ein Vermittlungsprodukt zwischen mündlich volkssprachlicher Laienkultur und schriftlich lateinischer Klerikerkultur. Den Übersetzungen von Vaterunser und Taufgelöbnis gehen erste Versuche, deutsch zu schreiben, in Glossen und Wörterbüchern voraus.

Es gibt keine sprachlichen Kennzeichen, durch die sich das Deutsche wesentlich von den anderen germanischen Sprachen unterschiede. Die zum Deutschen gerechneten Dialekte haben sich aus den Stammessprachen spätgermanischer Großstämme ( Alemannen, Franken, Bayern, Sachsen, Thüringer ) entwickelt. Dabei stehen die niederdeutschen Dialekte in der Laut- und Formenbildung dem Englischen zum Teil näher als den hochdeutschen Dialekten. Kennzeichnend für das Deutsche ist dessen Zweiteilung in Hochdeutsch und Niederdeutsch. Die zeitliche und räumliche Binnengliederung der deutschen Sprache ist nicht zuletzt davon abhängig, welchem Teilaspekt – Laute, Formen, Wortschatz, Syntax – man den Vorzug zubilligt. Vor der neuhochdeutschen Schriftsprache unterscheidet man drei Sprachperioden, wobei Alt- Mittel und Neu – die zeitliche, hoch und nieder die räumliche und deutsch die sprachliche Komponente meinen.

Wie die zeitliche Periodisierung, so ist auch die räumliche Gliederung des Altdeutschen schwierig, weil es nur punktuell überliefert wurde. Es wurden zunächst nur Schreibsprachen einzelner Klöster überliefert. ( Fulda, Weißenburg, St. Gallen, Reichenau, Freising, Regensburg, Salzburg ) Auch das Mittelhochdeutsche ist noch keine überregionale Einheitssprache, sondern ein Sammelbegriff für eine Vielfalt geschriebener DIALEKTE. Diese sind uns nicht zugänglich, auch nicht die Umgangssprachen der adeligen Führungsschicht. Das klassische Mittelhochdeutsch zeigt zwar eine Tendenz zur überlandschaftlichen Einheitssprache, aber seine Breitenwirkung ist begrenzt. Es ist primär eine Literatursprache, nämlich die Kunstsprache der höfischen Dichter.

Heute wird das Deutsche in Sprachlandschaften gegliedert, für die vor allem die Verkehrsgemeinschaften konstitutiv geworden sind, die sich im Spätmittelalter herausgebildet haben. Erst die Grenzen spätmittelalterlicher Territorien haben die heutigen Dialektgrenzen geprägt. Das Beispiel des Rheinischen Fächers zeigt, wie sich die Grenzen des Ripuarischen, Moselfränkischen und Rheinfränkischen mit denjenigen der geistlichen Kurfürstentümer von Köln, Mainz und Trier decken. Die großen Sprachlandschaften im deutschsprachigen Raum des Mittelalters sind das Oberdeutsche, das Mitteldeutsche und das Niederdeutsche. LAUTVERSCHIEBUNGEN Die erste Lautverschiebung dürfte im Kern zwischen 400-250 v. Chr. zum Abschluss gelangt sein, denn zur Zeit der ersten Berührung der Germanen mit den Römern im 3./2. Jahrhundert v. Chr. wurden römische Lehnwörter im Germanischen nicht mehr lautlich verschoben, während zuvor germanische Namen und Wörter in lateinischen Quellen ausnahmslos in veränderter Lautgestalt begegnen. Kulturgeschichtlich aufschlussreich sind die deutschen Lehnwörter aus dem Vulgär – Lateinischen.

Da sie vielfach der zweiten Lautverschiebung unterlagen, müssen die Germanen solche Bezeichnungen, aus Handel, Landbau und Bauwesen, frühzeitig von den Römern übernommen haben. DER GRAMMATISCHE WECHSEL nach J. Grimm und dem Dänen Verner. ( = Vernersche Gesetz, 1877 ) „Die durch die erste Lautverschiebung aus den indogermanischen stimmlosen Verschlusslauten p, t, k entstandenen germanischen stimmlosen Spiranten f, p, h wurden zu den entsprechenden stimmhaften Spiranten b, d, g erweicht, wenn sie in stimmhafter Nachbarschaft standen und wenn im Indogermanischen der unmittelbar vorangehende Vokal nicht den Hauptton trug. pater – fadar – der unmittelbar vorausgehende Vokal trägt im Indogermanischen nicht den Hauptton, deshalb Spirantenerweichung im Germanischen

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